Too Much Information

Information Overload im Zeitalter der digitalen Überflutung

Vor ein paar Jahren hätten wir noch einen Morgenmantel und Schlappen gebraucht, um die neuesten Nachrichten neben unserem Müsli zu platzieren. Die Zeitung im Briefkasten trägt sich ja nicht von alleine rein. Heute reicht der Klick auf die App, die News-Website oder Facebook. Hallelujah.

 

Doch online gibt es endlose Möglichkeiten. Und manchmal bedeutet das mehr Qual statt Wahl. Wo, was, und wie lange beschäftige ich mich mit dem Thema? Weder die Seiten einer Zeitung, noch die Dauer einer Nachrichtensendung begrenzen unseren Nachrichtenkonsum. Im besten Fall hält das Gefühl der Überfrachtung nur ein paar Sekunden, im schlimmsten Fall kehren wir dem Ideal eines informierten Bürgers den Rücken.

 

Eine Studie an der Universität Hohenheim hat sich mit diesem Phänomen genauer beschäftigt. In der repräsentativen Online-Umfrage zum "Information Overload" konnte gezeigt werden, dass Personen, die effizienter nach Informationen suchen, seltener überfordert sind. Wer sich nicht auf bestimmte Quellen oder Suchstrategien beschränkt, verliert sich dagegen schneller im Informationsdickicht.

 

Aber nicht nur die Selbstorganisation, sondern auch die eigene Motivation spielt eine wichtige Rolle. Da gibt es den Anzugträger, der an den nächsten Small-Talk im Fahrstuhl denkt. Den Wissbegierigen, der sich entspannt sobald er sich über das Weltgeschehen informiert. Oder den besorgten Politikpessimisten, der wissen muss, was die in Berlin wieder angestellt haben. Was diese Nachrichtenkonsumenten verbindet? Quasi nichts. Die Motivation ist für jeden eine andere. Wer aus reinem Spaß Nachrichten rezipiert, wird sich aber deutlich seltener überfrachtet fühlen.

 

Jetzt könnten wir davon ausgehen, dass Jüngere ihren Eltern in ihrem Online-Verhalten um einige Terrabytes voraus sind. Aber gerade sie sind laut der Studie eher betroffen, ein Überforderungsgefühl zu empfinden. Was also machen wir Jüngeren anders als unsere Eltern? Eine mögliche Erklärung liegt in der Dauer des Medienkonsums. Denn jüngere Personen verbringen deutlich mehr Zeit im Netz als Ältere. Und wer sich Inhalten weniger aussetzt, ist auch weniger von ihnen überlastet. Klingt logisch.

 

Push-Nachrichten verstärken übrigens das Gefühl von Information Overload. Das widerspricht zwar der Annahme, dass gerade Eilmeldungen Entscheidungen abnehmen aber wundert bei der Nachrichten-Frequenz auf unseren Smartphones überhaupt nicht. Sie scheinen unser Überfrachtungsgefühl stattdessen noch zu verstärken. Vielleicht sollten wir sie einfach mal ausschalten.

 

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